Bericht "Immer wieder Sonntags" Kaiserslautern

12.08.2018

Musik für jedermann

 

Musikvereinigung Eintracht 1924 Mettenheim mit Premiere bei den Volkspark-Konzerten

Von Andreas Keller (Rheinpfalz am 14.08.2018)

 

Einmal mehr spielte am Sonntag ein Orchester zum ersten Mal bei den Volkspark-Konzerten. Und wieder zeigte sich dabei, dass die „Macher“ der beliebten Reihe ein sicheres Gespür für die Qualitäten eines guten Ensembles wie der Musikvereinigung Eintracht 1924 Mettenheim haben.

 

Denn gemäß des Konzert-Mottos „Musik ist unsere Leidenschaft“ präsentierte die junge Formation unter der souveränen Leitung von Christian Gerling mit viel merklicher Spielfreude und hohen spieltechnischer Präzision ihren Zuhörern ein breit aufgestelltes Repertoire.

 

Diese Vielseitigkeit ist nun ein ganz besonderes Merkmal jener starken Musikvereinigung aus dem kleinen Weinbauort, der etwa zehn Kilometer nördlich von Worms liegt. Während ein reiches Programm ja durchaus üblich und notwendig ist bei Orchestern und Konzerten dieser Art, zeichneten sich die Mettenheimer Musiker bei ihrem Debüt im Volkspark nun aber durch eine ganz außergewöhnlich große Varianz in ihrer Stil- und Titel-Auswahl aus.

 

Symphonisches und Rockiges, ein mit eingängigen, zum Mitsingen animierenden Hits bestücktes Beatles- Medley, Adeles „Hello“ in einer wohl geformten Blasorchester-Version und eine besonders durch den energiegeladenen Einsatz von E-Bass und Schlagzeug permanent nach vorne getriebene Interpretation von Earth, Wind and Fires „September“ waren da nur einige der bemerkenswerten Programm-Elemente, mit denen die Musikvereinigung am Sonntag immer wieder überraschte und beeindruckte. Da herrschte ständige Abwechslung. Es wurde – wie man über sich selbst sagt – „Musik für jedermann“ geboten. Wo sonst bekommt man in einem so engen zeitlichen Fenster so verschiedene (und gut intonierte) Stücke wie etwa noch Katy Perrys „Firework“, den Radetzky-Marsch und den Musical-Hit „We Go Together“ aus „Grease“ mit seinem besonders fordernden, schnellen Part nach der Titelzeile geboten?

 

So ging es, informativ moderiert von Conferencier Stefan Mischok, immer weiter bis zur geforderten Zugabe, die das Ensemble mit „Vielen Dank für die Blumen“ von Udo Jürgens gerne gewährte – zugleich wohl auch ein Dankeschön an das oft anhaltend applaudierende Publikum.

 

Nicht nur instrumental und in Sachen Repertoire konnten die Volkspark-Debütanten überzeugen. Auch stimmlich hatte die Musikvereinigung etwas zu bieten: Die junge Sängerin Steffi Sauder nämlich steuerte diesem Auftritt mit ihren ausdrucksvollen Interpretationen des Klassikers „Blue Moon“ und des Chansons „La Mer“ eine besonders angenehme Abrundung bei.

 

Info

— Das vorletzte Volkspark-Konzert in diesem Jahr ist am Sonntag, 26. August, von 11 bis 13 Uhr, mit der Katholischen Kirchenmusik Cäcilia Sponsheim. Der Eintritt ist frei.

— Zuvor aber gibt es im Volkspark bereits am kommenden Donnerstag, 16. August, ab 19 Uhr unter dem Motto „Crossover – ein musikalischer Sommerabend von klassisch bis modern“ ein von vielen Mitwirkenden gestaltetes Abendkonzert des Musikvereins Otterbach (er sorgt für die Bewirtung während der Volkspark-Konzerte).


Wir suchen DICH!

Du hast mittwochs abends noch nichts vor und hast Spaß am gemeinsamen Musizieren?

 

Du hast bereits ein Instrument erlernt und möchtest mit deinem Können andere bei Auftritten und Konzerten begeistern?

 

Dann bist du bei uns genau richtig!

 

Schreib uns eine Nachricht oder schaue bei unserer Probe Mittwoch Abend im alten Rathaus in Mettenheim einfach vorbei.

 

 

Wir freuen uns auf DICH!


Bericht Jahreskonzert

18.11.2017

Die ganze Palette der Blasmusik: Jahreskonzert in Mettenheim

Von Helmut Weick (AZ Worms am 21.11.2017)

METTENHEIM - So schön kann Blasmusik sein. Wieder einmal sorgten die Musiker der Musikvereinigung „Eintracht“ 1924 Mettenheim für ein kulturelles Ereignis. Unter dem Motto „Musik-Klassiker“ präsentierten sie ein Herbstkonzert in der voll besetzten evangelischen Kirche. Unter ihrem Dirigenten Christian Gerling spannten die Musiker einen weiten musikalischen Bogen und wurden am Ende stürmisch gefeiert.

Das erfreulich junge Ensemble, das sich unter der Leitung ihres Dirigenten Christian Gerling enorm entwickelt hat, wusste von Anfang bis Ende zu überzeugen. Auch die gute Grundausbildung in der vereinseigenen Flötenschule und Jugendgruppe um Ausbildungsleiterin Petra Ludwig trägt immer mehr Früchte. Dass der Mettenheimer Verein somit für die Zukunft gerüstet ist, davon konnten sich die Zuhörer hautnah überzeugen.

Passend zum barocken Gotteshaus erklang zu Beginn „A Festive Tribut“ von Johann Sebastian Bach. Eine Komposition, die die barocke Pracht an den einstigen europäischen Fürstenhöfen erahnen lässt. Anschließend folgte ein Abend der musikalischen Quantensprünge. Präsentiert wurde ein buntes und erfrischendes Programm, das die ganze Bandbreite zeitgemäßer Blasmusik eindrucksvoll aufzeigte. 

Der gespannte Bogen führte von Bach über weltbekannte Musical- und Film-Melodien bis hin zur klassisch-böhmischen Blasmusik und hinüber in die „Beatles-Zeit“. Ein weit gefasstes und stimmungsvoll-emotionales Repertoire. Für jeden Geschmack war etwas dabei. Galant moderiert wurde der Abend von Stefan Mischok, der immer kurz und knapp das Wesentliche über die Kompositionen und ihre Meister zu berichten wusste. Über das am 11. Mai 1981 in London uraufgeführte Musical „Cats“ oder die Entstehungsgeschichte der „Comedian Harmonists“ beispielsweise, die er durchaus zutreffend als die erste „Boygroup“ bezeichnete. Und dass Maurice Ravel seinen legendären „Bolero“ einst selbst als ein Werk mit viel Rhythmus, aber ohne Harmonie titulierte, dürfte auch nicht jeder Zuhörer gewusst haben. 

Fast hatte man den Eindruck, dass das Konzert bereits zur Halbzeit seinen Höhepunkt erreichte. Beifallsstürme gab es hier vor allem für das souverän intonierte „Music“ von John Miles und den „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss (Vater), den populärsten „Marsch-Klassiker“ aller Zeiten. Einblicke in die Jugendarbeit des Mettenheimer Musikvereins vermittelten auch die Kostproben der Flötenschule, die mit einigen gekonnten Beiträgen auf sich aufmerksam machte. Die Mädchen und Jungen agierten dabei erstaunlich sicher und spielfreudig. 

Im Schlussdrittel legten die Mettenheimer Musiker dann noch mal zu. Bekannte Film-Melodien aus „Winnetou und Old Shatterhand“ leiteten zum Finale über, bei dem es dann noch mal ein Schmankerl der besonderen Art gab. Bei „Blue Moon“ brillierte Steffi Sauder im Zusammenspiel mit den Musikern als Sängerin und wurde dafür vom Publikum stürmisch gefeiert. Den Schlusspunkt setzte schließlich „Don’t Stop Me Now“ von Queen. Am Ende gab es stehende Ovationen und nicht enden wollenden Applaus. Die so geforderte Zugabe war dann auch ziemlich tough: Gespielt wurde „Vielen Dank für die Blumen“ von Udo Jürgens. Man war also auch hier gut vorbereitet.